Mit einem Volksfest verbindet man unter anderem die Tradition und diese wiederum mit der Geschichte.
Die Geschichte des Pfaffenhofener Volksfestes reicht bis ins Jahr 1910. In einer Magistratssitzung am 16.02.1910 wurde über erste Planungen eines Volksfesteausschusses diskutiert. Doch das Projekt scheiterte.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg (1914 - 1918), im Jahre 1929, kam wieder der Gedanke, ein Volksfest
zu veranstalten. Unter dem Leitmotiv der Landwirtschaft und der heimischen Gewerbe sollte das Fest
die Zusammengehörigkeit von Stadt und Land stärken. Das „1. Hallertauer Oktoberfest“ fand damit vom
14. - 17. September 1929 statt.

Der erste Tag, Samstag der 14.09.1929, wurde groß gefeiert. Die Häuser waren geschmückt. Um halb
zwei Uhr begann auf dem Hauptplatz ein Standkonzert mit anschließendem Auszug der Festwirte samt Belegschaft und der Schützen zur Festwiese.
Während am Vormittag ein Fußballspiel abgehalten wurde, stand am Nachmittag ein Pferderennen auf
dem Plan. Einen großen Kinderfestzug durch die Straßen der Stadt zum Festplatz gab es am dritten Festtag. Die Leiter der Knaben- und Mädchenschule sowie Mitglieder des MTV hatten zu 20 Themen
aus Natur und Märchenwelt Wägen gebaut und Kostüme besorgt.
Natürlich gab es bereits damals ein großes Bierzelt, das 2000 Leute fasste. Den Bierausschank übernahmen die Pfaffenhofener Brauerein Müllerbräu, Amberger und Brauhaus AG. Der Abschlusstag
galt nochmals ganz der Landwirtschaft und dem Gewerbe. Auf dem morgendlichen Großviehmarkt gab
es eine Rinderschau mit Prämierung der besten Tiere. Nachmittag lief ein „Damenflachrennen“
(Pferderennen) als letzter Höhepunkt des ersten Volksfestes. Den krönenden Abschluss bildete das
prächtige Feuerwerk am Abend.

Es wurde festgelegt, dass künftig um den 2. Sonntag im September mit den folgenden Tagen und damit
die Woche vor dem Oktoberfest in München das Volksfest sein sollte. Doch im darauf folgenden Jahr
konnte wegen der Reichstagswahl das Fest nicht zum geplanten Termin stattfinden. Auch 1931 und 1932
gab es, durch die wirtschaftliche Not und starke Arbeitslosigkeit bedingt, kein Volksfest in Pfaffenhofen.
Erst 1933 wurde wieder das Volksfest der Stadt Pfaffenhofen ausgerichtet. Dieses Mal für 9 Tage, vom
9. - 17. September.
Ein Festzelt mit 1500 Plätzen wurde aufgestellt. Ausgeschenkt wurde Bier vom Müllerbräu, wobei man damals die Regelung traf, dass im jahresweisen Wechsel Bier des Müllerbräu und der Amberger-Brauerei zum Ausschank kommen sollten. Neue Attraktionen waren ein Vergnügungspark mit Elektrobahnen, Riesenrad, Karussell, Schau-, Schieß- und Spielbuden, Eispalast und sogar eine Kegelbahn. Eine Ziegenschau wurde von der Ziegenbockhaltungsgesellschaft e. V. Pfaffenhofen abgehalten.

1934 und 1935 erstreckte sich das Volksfest ebenfalls über 9 Tage. Neben dem Bierzelt gab es noch
ein Kaffeezelt, in dem der Kaffee- und Weißbierausschank und eine Schweinswürstlbraterei untergebracht waren. Neu war auch eine Fruchtschau, die auf großes Interesse stieß. Ein Höhepunkt war der
1. Kreisbauerntag, der die Leistungen der Bauernschaft in der Region in den Mittelpunkt stellte. Ein neues Highlight war der „Tag des Motorsports“, mit dem die ADAC-Ortsgruppe Pfaffenhofen spannende Rennen veranstaltete. Insgesamt gab es 28 Lebensmittel- und andere Stände am Volksfest.

Ab 1936 dauerte das Fest nur noch 4 Tage. Im Jahr 1938 fand dann das letzte Volksfest statt, das zunächst sogar wegen der ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche gefährdet war.
Sechs Jahre lang dauerte der Zweite Weltkrieg. Als er am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation Deutschlands
zu Ende gegangen war, lag das Land in Trümmern. Dennoch wollte man bereits 1946 wieder ein Volksfest ausrichten. Aber weder 1946 noch 1947 gelang es, mangels eines geeigneten Platzes, ein Fest abzuhalten. Im Folgejahr 1948 wurde die „Wiesn“ auf Grund der durchgeführten Währungsreform abgesagt.

Doch 1949 gelang es, nach 11 Jahren, endlich wieder das Volksfest in Pfaffenhofen durchzuführen. Das Programm der vom 3. - 11. September 1949 dauernden „Wiesn“ konnte wieder zahlreiche Höhepunkte aufweisen. Wie auch heute noch üblich, begann die „Wiesn“ mit einem prächtigen Festzug vom Hauptplatz. Auch die Pferderennen standen wieder nach dem Krieg auf dem Programm. Eine der großen Neuerungen war die Modenschau, in der sich das heimische Schneidergewerbe präsentierte. Mehrere Aschenbahnrennen für Motorräder waren ebenso ein Highlight. Zwar war eine Gewerbeschau noch nicht
auf die Beine zu stellen, aber es gab eine Ausstellung über die Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft und deren Hilfsmittel, verbunden mit einer Landmaschinenausstellung.

1952 gab es ein weiteres Highlight im Programm. Erstmalig überhaupt wurde die „Hallertauer Hopfenkönigin“ gewählt. Dies wurde ein fester Programmpunkt des Volksfestes in Pfaffenhofen.
1959 wurde dann die letzte „Pfaffenhofener Hopfenkönigin“ gewählt.

 

 
 

 

 
 
 

 

 

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